Caño Negro, Costa Rica – Ein Traum für Naturfreunde
Costa Rica

Caño Negro, Costa Rica – Ein Traum für Naturfreunde

Ich war schon ziemlich gespannt, als ich von meinem Guide Enrique die erste Beschreibung über das Schutzgebiet im Norden von Costa Rica bekam. Das Caño Negro ist ein atemberaubendes Naturrefugium und gilt als das drittwichtigste Feuchtgebiet der Welt. Es wurde 1991 zum „Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung“ ernannt und beherbergt einige der seltensten Pflanzen-, Tier- und Vogelarten der Welt. Ein Abenteuer nach meinem Geschmack, dachte ich mir, während wir von San Jose in Richtung Norden nach Los Chiles aufbrachen. Der kleine Ort an der Grenze zu Nicaragua ist der perfekte Ausgangspunkt für Ausflüge in das Refugio de Vida Silvestre Caño Negro, wie es ganz offiziell heißt.

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Gute Gründe für einen Besuch von Caño Negro

  • Du kannst hier eines der wichtigsten Feuchtgebiete der Erde erleben
  • Du hast fantastische Möglichkeiten zur Vogelbeobachtung (einheimische und wandernde Arten)
  • Bootstouren bieten eine entspannende, einfache und bequeme Möglichkeit, die Natur zu erkunden und Tiere zu beobachten
  • Dank eines 18 Meter hohen Turms, der die Lagune überblickt, kannst du spektakuläre Panoramafotos machen
  • Besuche des Gebiets unterstützen die Einwohner und Unternehmen der kleinen Gemeinde Los Chiles
  • Für die Reise nach Caño Negro ist kein 4×4 Fahrzeug erforderlich. Du kannst es also ganz entspannt mit dem Mietwagen erreichen.

Die Bootsfahrt auf dem Rio Frio

Die langsame Fahrt mit den Booten auf dem flachen Fluss Rio Frio ist ein Muss bei einem Besuch dieser Region. Während der Fahrt fährst du auf weiten, offenen Abschnitten des Flusses, wo das Wasser glasartig erscheint und die umliegende Landschaft widerspiegelt. Es geht durch schmale Kanäle, in denen das Gestrüpp am Flussufer zum Greifen nah ist und an denen du eine Vielzahl an Pflanzen und vor allem Tiere beobachten kannst. Das Caño Negro beheimatet Kapuziner- und Brüllaffen, Brillenkaimane, Krokodile, Jaguare, Pumas, Tayras, Ozelote, Tapire, Weißwedelhirsche, Jesus-Christus-Eidechsen, schwarze Flussschildkröten, Echsen und Leguane aller Art.

Vogelliebhaber kommen besonders auf ihre Kosten. Im Schutzgebiet tummeln sich Vögel wie Glänzender Ibis, Schwarzhalsstelzen, Kormorane, Waldstorch, Weißer Ibis, Schwarzbauch-Baumente, Kuhreiher, Löffelente, Schneckenweihe, Grünrückenreiher, Nicaragua-Grasmücke, Rosalöffler und Blauflügelente.

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Caño Negro Lagune

In der Regenzeit (typischerweise von Mai bis Dezember) hast du die Möglichkeit, die fast 2.000 Hektar große Caño Negro Lagune mit dem Boot zu erkunden, was ein zusätzliches Erlebnis zu den Bootstouren auf dem Rio Frio bietet. Eine große Anzahl von Vögeln, vor allem Zugvögel, die zwischen Januar und April hierher kommen, versammeln sich hier.

Ich hatte das Glück, Fischadler, Silberreiher und Kormorane über mir fliegen zu sehen. Während der Trockenzeit (in der Regel von Januar bis April), in denen wenig Niederschlag fällt, hat die Lagune wenig bis gar kein Wasser und ist mit dem Boot nicht erreichbar. Während dieser Zeit kannst du das Gebiet allerdings zu Fuß entdecken.

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Caño Negro Aussichtsturm

Wenn du keine Höhenangst oder Angst vor steilen Treppen hast, kannst du den 18 Meter hohen Aussichtsturm besteigen, der die Lagune Caño Negro überblickt (vergewissere dich vorher, ob kein großes Krokodil davor liegt). Du hast einen herrlichen 360-Grad Blick auf die Lagune und bei guter Sicht sogar bis zum Nicaraguasee mit seinen weithin sichtbaren Vulkanen. Hier oben wird einem das riesige Ausmaß des Feuchtgebiets erst richtig bewußt.

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Nachtwanderung im Dschungel

Nachts sind die Geräusche des Dschungels besonders intensiv und viele Tiere erwachen, um auf Beutezug zu gehen. Bestückt mit Stirnlampen brachen wir in den Dschungel von Caño Negro auf. Vorab erklärte uns unser Guide, wie die Nachtwanderung ablaufen wird. Er warnte uns, nichts anzufassen und immer dich hinter ihm zu bleiben, denn es gibt Kreaturen wie Schlangen und Spinnen da draußen im Wald, die man lieber nur aus sicherer Entfernung beobachten sollte.

Wir sahen einige Kaimane, große Frösche, Eidechsen, Taranteln und verschiedene Insekten wie Käfer, Tausendfüßler und natürlich waren auch lästige Stechmücken ein ständiger Begleiter.

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Informationen zum Caño Negro Reservat

  • Größe: 99,69 qkm
  • Eintritt: Der Eintritt in das Reservat ist kostenlos
  • Öffnungszeiten: Das Reservat ist für Besucher rund um die Uhr geöffnet. Die Ranger-Station im Dorf Caño Negro ist von Montag bis Freitag von 8:00 bis 16:00 Uhr geöffnet.
  • Wanderwege: In Caño Negro gibt es keine etablierten Wanderwege. Die Anreise erfolgt fast ausschließlich mit dem Boot.
  • Zelten: Zelten ist erlaubt, aber es gibt keine Einrichtungen oder offizielle Campingplätze.

Anreise nach Caño Negro

Mit dem Mietwagen:

Von San José aus gibt es mehrere Routen ins nördliche Tiefland. Die Hauptroute folgt dem Pan American Highway westlich von San José in Richtung Naranjo und San Ramón. Nach 32 km biegst du rechts (nördlich) auf die 141 nach Naranjo ab, gefolgt von einem 22 km langen Anstieg nach Zarcero. Eine landschaftlich sehr schöne Strecke. Weiter geht es 28 km auf der Straße 141 nach Florencia, wo du rechts auf die 35 abbiegst, die dich die letzten 84 km nach Los Chiles bringt. (Kein 4WD erforderlich). Um zur Rangerstation im Dorf Caño Negro zu gelangen, musst du etwa 10 km vor (südlich) Los Chiles von der Straße 35 nach Westen auf eine Schotterstraße abbiegen (es gibt keine Brücke bei Los Chiles), um den Río Frío bei San Emilio zu überqueren.

Mit dem Bus:

Es gibt tägliche Abfahrten täglich von San José nach Los Chiles (217 km, 5 Stunden) vom Terminal Atlántico Norte, um 5:30 Uhr und 15:30 Uhr mit den Bussen von Atlántico Norte.

Daniel Tischer
Daniel Tischer

Seit über 15 Jahren bereise ich Lateinamerika und schreibe über meine Erfahrungen. Chile, Argentinien und Peru sind meine Spezialgebiete. Auf Southtraveler teile ich meine besten Tipps für deine Reise nach Südamerika.

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